Volunteer Geschichten

Kate Shaw

Kate Shaw

Ich wollte schon immer mal Freiwilligenarbeit leisten und darum war ich sehr aufgeregt, als ich das Poster vom Chres Village School & Orphanage in Siem Reap sah. Meine Freundin und ich waren bereits seit einer Woche in Siem Reap und hatten die Tempel besucht. Wir kontaktierten das Waisenhaus und innerhalb von einer halben Stunde war Fiphon bei uns im Guesthouse. Fiphon’s Begeisterung war ansteckend, als er uns alles über das Waisenhaus und die vielen Schülern erzählte. Später brachte er uns über eine sehr dreckige und holprige Strasse, durch Kambodschas wunderschöne Landschaft, zum Waisenhaus. Als wir ankamen, sassen die Schüler alle im Unterricht, doch sie drehten alle ihre Köpfe zu uns, um zu sehen, wer angekommen ist. In jeder Klasse standen die Schüler auf und riefen im Chor „Hello Visitor! How are you?“. Freundlich lächelten sie uns an und ich konnte meinen ersten Arbeitstag kaum abwarten.

In der Pause umzingelten uns die Kinder, grinsten und riefen hallo. Sie waren alle sehr freundlich und neugierig.

Ich wurde jeden Tag im Guesthouse abgeholt und über verschiedene Wege durch die Landschaft und kleine Dörfer ins Waisenhaus gebracht mit dem Motorroller. Es ist eine super Art Kambodscha in einer Weise zu erleben, wie es die wenigsten Reisenden sehen.

Mir wurde die ältere Klasse zugeteilt, wo die Kinder zwischen 11 und 18 Jahre alt sind. Als ich das Klassenzimmer betrat, standen die Schüler auf und riefen „Good Morning Teacher!“. Ich hatte keinerlei Erfahrung mit unterrichten und wusste gar nicht, wo anfangen. Ich stellte mich also erst einmal vor und erzählte ihnen über mich und fragte sie wie sie heissen, wie alt sie sind und was sie mal werden möchten, wenn sie gross sind. Nach dem fünften oder sechsten Kind wurde mir langsam klar, dass sie alle Tour Guides werden wollen. Nervös las ich die erste Lektion vor. Ich spürte alle ihre Augen auf mir, während sie angestrengt zu hörten. Plötzlich schossen alle ihre Hände in die Höhe, voller Fragen. Ich musste ihnen Wörter erklären, die sie nicht verstanden – und merkte bald, dass dies viel schwieriger ist, als ich erwartet hatte, da sie nicht die Hälfte der Wörter verstanden, die ich zum Erklären benutzte! Es lief darauf hinaus, dass ich ihnen die Wörter mit Gestik und Zeichnungen erklären musste. Das Erklären wurde jeden Tag einfacher, da ich den Dreh bald mal raus hatte. Es war grossartig zu sehen, welche Fortschritte sie machten und wie wir uns immer einfacher verständigen konnten. Sie sind alle so wissbegierig, haben Freude am Lernen, machten fleissig mit bei den Übungen und fragen mich immer ob ich ihre Aufgaben auf Fehler überprüfen könne. Gegen Ende der Lektion habe ich den Kindern immer neue Spiele und Lieder beigebracht. Sie liebten das und ich hab dabei genau so viel gelacht wie sie. An einem Tag habe ich den Kindern den Song „A sailor went to sea“ beigebracht, zu dem man sich auch bewegen muss. Die Kinder haben so gelacht, als wir bei jedem Mal schneller wurden und wir machten Gruppen, um zu sehen, wer es am schnellsten singen kann. Nach diesem Tag hörte ich die Kinder von überall dieses Lied singen und zu mir rüber schauen und lächeln.

Es gibt einem eine grosse Genugtuung, wenn man weiss, dass man den Kindern etwas gibt und sie dabei neue Sachen lernen und sogar Freude an den Lektionen haben, die man für sie vorbereitet hat.

Eines Tages bin ich im Waisenhaus angekommen und alle Kinder standen zusammen, mit selbst gepflückten Blumensträussen in den Händen. Wir haben zusammen Fotos gemacht und danach überreichte mir ein Kind nach dem anderem seinen Strauss. Einige hatten kleine Briefe dazu geschrieben. Bald hatte ich 15 Sträusse in den Armen und es kamen mehr dazu. Ich war überwältigt vor Glück.

Dies ist nun meine dritte Woche im Chres Village School & Orphanage. Jeder Tag ist ein neues Erlebnis, das mir viel Freude bereitet. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu all meinen Schülern in der Vormittags- und Nachmittagsklasse. Die Kinder sind so herzlich und fürsorglich untereinander, sie sind sehr verspielt und freuen sich schon über kleine Sachen.

Viele Kinder haben ihre Eltern verloren oder sie kommen von sehr armen Familien. Trotzdem sind sie sehr glücklich. Das macht mir bewusst, wie viel Glück ich habe und dass es oft die einfachen und kleinen Dinge sind, die wichtig sind. Durch meinen Freiwilligeneinsatz haben sie von mir gelernt, aber ich auch von ihnen. Ich werde ihr Lächeln nie vergessen und hoffe, dass sie auch in Zukunft glücklich bleiben können.

Ich weiss, dass ich eines Tages zurückkehren werde. Danke, dass ihr so wundervoll seid!!!

Lots of love,
Kate X X X X X X X


Flash Picture Viewer

 

Bookmark and Share

Volunteers

Donate

Adresse

Chres Village
KandekCommune
Bakong District
Siem Reap Province
Kingdom of Cambodia

Kontaktperson

Phat Fi Phon
General secretary
Tel ; (855) 12 33 62 07
E-mail
fiphon@cambodianorphanage.org.uk