Gesundheit
HIV / AIDS
Kambodscha ist eines der Länder in Südostasien, das am Schlimmsten von den Auswirkungen von HIV betroffen ist. Trotz des Rückgangs der Ansteckungen von 3.3% in 1998 auf 1.6% in 2006, sind seit dem Anfang der Ausbreitung in 1991 über 250'000 Menschen mit HIV infiziert worden und über 16'000 Menschen an AIDS gestorben.
Als eine Konsequenz der schnellen Verbreitung von HIV wird geschätzt, dass 7.8% der Kinder unter 15 in Kambodscha eines oder beide Eltern daran verloren haben – ungefähr 335'000 Kinder sind davon betroffen. Die Versorgung dieser Kinder ist die Hauptsorge von einem Land, das sich von jahrzehntenlangen Bürgerkriegen erholen muss und grosser Armut gegenüber steht.
Häufigkeit von HIV unter Erwachsenen (%) |
0.9 |
Menschen die mit HIV/AIDS leben |
75'000 |
Geschätzte Anzahl Kinder, die an HIV/AIDS erkrankt sind (Alter 0-15) |
4'400 |
Geschätzte Todesfälle in folge von AIDS im 2007 |
6'900 |
Geschätzte Anzahl Menschen, die eine ARV Therapie benötigen |
40'000 |
Geschätzte Anzahl Menschen, die eine ARV Therapie erhalten |
27'000 |
Geschätzte Zahl von AIDS Waisen unter 15 |
6'000 |
Tuberkulose
Trotz der Abnahme von Tuberkulose Fällen um 1% pro Jahr, hat Kambodscha mit 500 Fällen/100'000 Einwohner/Jahr, die meisten Fälle in der westlichen Pazifik Region. 2006 sind die Anzahl Meldungen von neuen Fällen zum ersten Mal seit 1995 auf 35'466 gesunken. Die Erfolgsrate bei der Behandlung konnte während dem letzten Jahrzehnt beständig bei über 90% beibehalten werden. Die kombinierte Infektion von TB und HIV nimmt ab, gemäss der letzten TB-HIV Prävalenz Begutachtung (2007), die eine HIV Prävalenz Rate von 7.8% deutlich macht bei TB Patienten. Die Identifizierung und Behandlung der Multidrug-Resistenten (MDR) TB hat auf einer kleinen Skala angefangen und es wird erwartet, dass die MDR TB Behandlung in den nächsten Jahren aufgeschraubt wird. Etwa 10 Prozent der TB Patienten sind ebenfalls mit HIV infiziert, was eine Herausforderung darstellt für die Versorgung und Behandlung beider Krankheiten.
TB Verbreitung, alle Formen (Zahl) |
94'433 |
TB Fälle, alle Formen (Anzahl) |
70'949 |
TB Todesfälle, alle Formen (Anzahl) |
13'054 |
TB Vorkommen, positiver Abstrich (Anzahl) |
31'243 |
Malaria
Malaria betrifft vor allem die ärmeren Gemeinschaften, die in bewaldeten Gegenden wohnen, wo ungefähr 2 Millionen Menschen gefährdet sind. Die Gesamtzahl von behandelten Malaria Fällen in den öffentlichen Gesundheitseinrichtungen ist von 133'000 Fällen in 2003 auf 60'000 Fälle in 2007 gesunken, obwohl es im 2006 eine Zunahme von 101'000 Fällen gab. Ähnlich fiel auch die Zahl von gemeldeten Malaria Todesfällen aus öffentlichen Gesundheitseinrichtungen von 492 Fällen in 2003 auf 241 Fälle im 2007, sind aber im 2006 auf 396 Fälle gestiegen. Die Faktoren, die zu dieser Zunahme im 2006 geführt haben sind unter anderen: der frühe Start der Regenzeit, welche die Übertragungsperiode verlängerte; verzögerte und unzulängliche Distribution von Bett-Netzen und Imprägnierung; und einen Bevölkerungszuwachs in Malaria-gefährdeten Gebieten. Das Management von ernsten Malaria Fällen hat sich verbessert und die Sterblichkeitsrate in den Spitälern, unter den Patienten mit dem ernsten Malaria, nahm von 10.4% in 2005 auf 8.3% in 2007 ab. Der Anteil von bestätigten Malaria Fällen, die in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen behandelt wurden, hat von 54% in 2003 auf 78% in 2006 zugenommen, wobei sie im 2007 auf 71% gefallen sind. Mit Verbesserungen in der Diagnose, Behandlung und persönlichen Schutz auf Gemeinschaftsniveau, wird erwartet, dass die Erkrankungsziffer und die Zahl der Todesfälle durch Malaria in den nächsten Jahren zurück gehen wird. Das Land steht jedoch im Zentrum von einem globalen Multidrug-Resistenten Malaria Problem, wegen der Präsenz von Artemisinin toleranten Malaria Parasiten, vor allem in der Gegend der Kambodscha-Thailand Grenze. Im Moment ist eine verstärkte Eindämmungsanstrengung, mit dem Ziel die toleranten Parasiten zu beseitigen, ein Vorrang für Kambodscha.
Gemeldete Fälle |
59'848 |
Gemeldete Todesfälle |
241 |
Geschätzte Todesfälle (in 1000s) |
N/A |
Anfälligkeiten und Risiken
Wie viele Entwicklungsländer steht auch Kambodscha einer Reihe von Anfälligkeiten und Risiken gegenüber, einschliesslich der traditionellen, modernen und aufkommenden Gesundheits- und Umweltgefahren. Diese Gefahren gehen von verunreinigtem Wasser und unzulänglichen sanitären Wassereinrichtungen aus; verunreinigter Nahrung, besonders von Strassenverkäufern; Luftverschmutzung in Gebäuden durch der Gebrauch von Festbrennstoff; sowie Krankheits-Übertragungen. Das Land ist jedoch auch neu erscheinenden Problemen, einschliesslich Gesundheitsgefahren unterworfen, die mit Änderungen in der globalen Umgebung (z.B. die Klima Veränderung und der Verlust ihrer Artenvielfalt) verbunden sind; Entwicklung, Verbrauch und Produktion von neuen Produkten und Technologien; Verbrauch und Produktion von mehr Energiequellen; und die steigende Zahl und der Gebrauch von Chemikalien. Dort vergrössern sich auch Gesundheitsgefahren, die mit Änderungen im Lebensstil, der Verstädterung und den Arbeitsbedingungen verbunden sind.
Gemäss dem letzten Bericht der WHO/UNICEF Joint Monitoring Programme (JMP) über Trinkwasser und Sanitäre Einrichtungen, hatten 65 % der Gesamtbevölkerung in 2006 nachhaltigen Zugang zu einer verbesserten Wasserquelle (80 % in städtisch und 61 % in ländlichen Gebieten) und nur 28 % zu verbesserten Sanitären Einrichtungen (62 % in städtisch und 19 % in ländlichen Gebieten). Andere umweltbedingte Gesundheitsgefahren sind mikrobielle Verunreinigung von Trinkwasser (die wichtigste gesundheitsbezogene Angelegenheit); Arsen im Grundwasser (das eine Gesundheitsbedrohung in sieben Provinzen darstellt, wovon ungefähr 2.24 Millionen Menschen betroffen sind); die Luftverschmutzung in Gebäuden und in den Städten (wovon fast 98% der Bevölkerung betroffen ist, die Biomasse-Brennstoffe verwendet, um zu kochen oder zu heizen); der Gebrauch von verbotenen Schädlingsbekämpfungsmitteln und Dünger (die das Essen und Wasser verseuchen können); und schliesslich die ernsten gesundheitlichen Belastungen durch Fest- und Giftmüll, inklusive der Abfälle aus der Gesundheitsfürsorge.
Kambodscha kämpft mit der signifikant wachsenden Last der nicht-übertragbaren Krankheiten. Zwei neue epidemiologische Beobachtungen zeigten, dass in städtischen Gebieten 10% der Erwachsenen an Zuckerkrankheit und 25% an einem hohen Blutdruck leiden, während in einer armen ländlichen Gemeinschaft 5% der Erwachsenen an Zuckerkrankheit leiden und 12% an deinem hohen Blutdruck. Insgesamt wird geschätzt dass 300'000 Kambodschaner an Zuckerkrankheit leiden und wenn nichts unternommen wird, steigt diese Zahl auf schätzungsweise 1.2 Millionen bis 2021. In 2005 ergab eine Nationale Erhebung über den Tabakgebrauch unter Erwachsenen, dass 48% Männer und 3.6 % Frauen Zigaretten rauchten, während 17% Frauen und 1% Männer Tabak kauten. Der Alkohol-Verbrauch nimmt zu und die Zahl der gewaltsamen Ereignisse, Verkehrsunfälle und häuslicher Gewalt, unter Einfluss von Alkohol ist alarmierend.
Infolge des schnellen Wirtschaftswachstums und der Änderungen im Lebensstil, stellen umweltbezogene Krankheiten eine zunehmende Sorge dar, die gemäss neuen Schätzungen der WHO insgesamt 26% aller Krankheiten in Kambodscha ausmachen. Im Vergleich zu anderen Ländern in der Region hat Kambodscha die zweithöchste Rate an Umweltkrankheiten.
Hauptursache für Todesfälle und Krankheiten
Ansteckende Krankheiten sind immer noch die Hauptursache für Todesfälle und Invalidität, aber Kambodscha steht einem epidemiologischen Übergang gegenüber. Zurzeit sind akute Atmungsinfektionen die Hauptursache sowohl für die Sterblichkeit als auch Morbidität, die wesentlich zu Krankheitsfällen in der Bevölkerung beisteuern und durch den Ausbruch von Dengue verschlimmert werden. Zudem ist das Land immer noch als eines von 22 Ländern weltweit klassifiziert, mit einer hohen Tuberkulose Rate. Die HIV Prävalenz hat wesentlich abgenommen und eine grosse Zahl der Menschen, die mit HIV/AIDS leben, empfangen antiretroviral Therapie.
Das Verhindern und das Behandeln nichtübertragbarer Krankheiten und Verletzungen wird die Herausforderung in der nahen Zukunft sein. Die Zahl von Verkehrsunfällen nimmt zu wegen der verbesserten Infrastruktur und schnellen sozioökonomischen Entwicklung, was ein Hauptgrund für Todesfälle ist. Einige Erhebungen haben gezeigt, dass die Zuckerkrankheit (5% - 10%) und Hypertonie (12% - 25%) in ländlichen und städtischen Gebieten, sowohl Hauptrisikofaktoren für die ischämische Herzkrankheit sind, wie auch für Schlaganfälle. Mit der Hälfte der männlichen Bevölkerung die raucht und dessen Alkoholkonsum steigt, wird erwartet dass sich die Hauptgründe für Todesfälle und Krankheiten in naher Zukunft verändern werden.


