Allgemein

Map of Cambodia

Hintergrund

Die meisten Kambodschaner sehen sich als Khmer, Nachkommen des Angkor Imperiums, das sich weit über Südostasien ausstreckte und ihren Zenith zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert erreichte. Angriffe durch die Thai und Cham (vom heutigen Vietnam) schwächten das Reich und führten während einer langen Periode zu ihrem Niedergang. In 1863 setzte der König das Land unter Französischen Schutz und in 1887 wurde es Teil von Frankreichs Indochina.
Nach der japanischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg, gewann Kambodscha 1953 ihre Unabhängigkeit von Frankreich zurück. In April 1975, nach einem fünfjährigen Kampf, kaperten kommunistische Khmer Rouge Kräfte Phnom Penh und evakuierten alle Städte. Mindestens 1,5 Millionen Kambodschaner starben bei Hinrichtungen, Zwangsarbeit oder verhungerten während dem Khmer Rouge Regime unter Pol Pot. Im Dezember 1978 trieb die Vietnamesische Invasion die Khmer Rouge in ländliche Gegende und startete damit die 10-jährige Vietnamesische Besetzung. Darauf folgte ein fast 13-jähriger Bürgerkrieg.
1991 beauftragten das Pariser Friedensabkommen demokratische Wahlen und eine Waffenruhe, die von den Khmer Rouge allerdings nicht völlig respektiert wurde. UN-unterstützte Wahlen in 1993 halfen den Anschein einer Normalität unter einer Koalitionsregierung wieder herzustellen. Streit unter den Parteien beendete in 1997 die erste Koalitionsregierung, aber eine zweite Runde von nationalen Wahlen 1998 führte zur Bildung einer anderen Koalitionsregierung und erneuerte politische Stabilität. Die überlebenden Khmer Rouges ergaben sich Anfang 1999. Einige der überlebenden Khmer Rouge Führer erwartet ein Prozess durch das UN-unterstützte Tribunal für Verbrechen gegen die Menschheit.
Die Wahlen im Juli 2003 waren relativ friedlich, aber es dauerte ein Jahr - geprägt von Verhandlungen zwischen kämpfenden politischen Parteien - bevor eine Koalitionsregierung gebildet werden konnte. Im Oktober 2004 verzichtete König Norodom SIHANOUK auf den Thron und sein Sohn, Prinz Norodom SIHAMONI, wurde als sein Nachfolger gewählt. Im April 2007 wurden Kommunalwahlen in Kambodscha gehalten, bei denen es im Vergleich zu früheren Wahlen nur wenig Gewalt gab. Die Nationale Wahlen im Juli 2008 waren relativ friedlich.

Geografie

Position:
In Südostasien, am Golf von Thailand, zwischen Thailand, Vietnam und Laos
Gebiet:
total: 181’040 sq km
land: 176’520 sq km
Wasser: 4’520 sq km
Klima:
tropisch; regnerisch, Monsun (Mai bis November); Trockenzeit (Dezember bis April); wenig Temperatur Veränderungen in den Jahreszeiten
Terrain:
grösstenteils niedrig, flache Prärie, Berge im Südwesten und Norden

 

Menschen

Bevölkerung:
14'241'640
Anmerkung: Schätzungen für dieses Land berücksichtigen den Effekt der hohen Sterblichkeit infolge von AIDS; dies führt zu einer tieferen Lebenserwartung, höheren Säuglingssterblichkeit, höheren Mortalität, einer geringeren Bevölkerungswachstumsrate und zu Änderungen in der Verteilung der Bevölkerung nach Alter und Geschlecht (Juli 2008).
Altersstruktur:
0-14 Jahren: 33.2% (Männer 2'389’668/Frauen 2'338’838)
15-64 Jahren: 63.2% (Männer 4’372’480/Frauen 4’627’895)
65 Jahre und drüber: 3.6% (Männer 193’338/Frauen 319’421) (gesch. 2008)
Durchschnittsalter:
total: 21.7 Jahre
Männer: 21 Jahre
Frauen: 22.5 Jahre (gesch. 2008)
Bevölkerungswachstumsrate:
1.752% (gesch. 2008 .)
Geburtenrate:
25.68 Geburten/1’000 Einwohner (gesch. 2008)
Todesrate:
8.16 Todesfälle/1’000 Einwohner (gesch. 2008)
Kindersterblichkeitsrate:
Total: 56.59 Todesfälle/1’000 Lebendgeburten
Männer: 63.76 Todesfälle/1’000 Lebendgeburten
Frauen: 49.1 Todesfälle/1’000 Lebendgeburten (gesch. 2008)
Lebenserwartung:
Ganze Bevölkerung: 61.69 Jahre
Männer: 59.65 Jahre
Frauen: 63.83 Jahre (gesch. 2008)
Fruchtbarkeitsrate:
3.08 Kinder/Frau (gesch. 2008)
HIV/AIDS – Verbreitungsrate unter Erwachsenen:
2.6% (gesch. 2003)
HIV/AIDS – Menschen die mit HIV/AIDS leben: :
170’000 (gesch. 2003)
HIV/AIDS – Todesfälle: :
15’000 (gesch. 2003)
Haupt Infektionskrankheiten: :
Grad der Gefahr: sehr hoch
Essen- oder Wasserkrankheiten: bakterieller Durchfall, Hepatitis A und Typhus Fieber
Übertragbare Krankheiten: Denguefieber, Japanische Enzephalitis und Malaria
Anmerkung: Der Krankheitserreger der H5N1 Vogelgrippe ist in diesem Land identifiziert worden; es stellt eine unwesentliche Gefahr dar mit äusserst seltenen Fällen unter Bürgern, die nahen Kontakt mit Vögeln haben (2008)
Ethnische Gruppen:
Khmer 90%, Vietnamesen 5%, Chinesen 1%, andere 4%
Religionen:
Theravada Buddhisten 95%, andere 5%
Sprachen:
Khmer (offiziell) 95%, Französisch, Englisch

 

Regierung

Regierungsform:
Mehrparteidemokratie unter einer konstitutionellen Monarchie
Hauptstadt:
name: Phnom Penh
Administrative Gliederung:
20 Provinzen und 4 Stadtverwaltungen
provinces: Banteay Mean Cheay, Batdambang, Kampong Cham, Kampong Chhnang, Kampong Spoe, Kampong Thum, Kampot, Kandal, Kaoh Kong, Krachen, Mondol Kiri, Otdar Mean Cheay, Pouthisat, Preah Vihear, Prey Veng, Rotanah Kiri, Siem Reab, Stoeng Treng, Svay Rieng, Takev
municipalities: Keb, Pailin, Phnum Penh (Phnom Penh), Preah Seihanu (Sihanoukville)
Unabhängigkeit:
9. November 1953 (von Frankreich)

 

Ausbildun:

Obwohl Kambodscha in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht hat im Ausbau der Grundausbildung, sind hohe Ausfallraten, tiefe Teilnahmequoten und eine akute Knappheit an ausgebildeten Lehrern, vor allem in abgelegenen ländlichen Gegenden, die Hauptbesorgnis. Die Zahl der Primarschullehrer hat seit 1993 nur um 7 Prozent zugenommen, verglichen mit den 67-Prozent-Zunahme bei den Schüler Registrierungen – mit dem Ergebnis dass das Schüler-Lehrer Verhältnis bei 56:1 steht (EMIS, 2005/2006). Ein Schlüsselfaktor für die hohen Ausfallraten und tiefen Teilnahmequoten ist das hohe Verhältnis – 40,5 Prozent – von „unvollständigen“ Schulen, welche unfähig sind, die ganzen sechs Jahre Primarschul-Ausbildung anzubieten.

Mit der Abschaffung von Schulgeldern im 2001 haben die Registrierungen an den Primarschulen in den letzten Jahre massiv zugenommen, obwohl die Registrierungsraten nach wie vor relativ niedrig sind in Ratanak Kiri, Mondol Kiri und Kaoh Kong.

Gemäss den Daten von Education Management Information Systems (EMIS), hat das WFP Schulzufuhrprogramm einen positiven Einfluss auf die Nettoregistrierungsrate von Studenten in WFP-unterstützten Grundschulen gehabt. Im Schuljahr 2005-2006 lag die Nettoregistrierungsrate für durch WFP abgedeckte Bezirke bei 92 Prozent (91.23 Prozent für weibliche Schüler), während die nationale Nettoregistrierungsrate bei 91.3 Prozent lag. Das Anwesenheitsverhältnis für das Studienjahr 2005-2006 war auch sehr hoch. In 2005-2006 besuchten in allen WFP-unterstützten Schulen die Mädchen 97.5 Prozent der Schultage, während Jungen 97 Prozent beiwohnten. In 2005-2006 haben aus der Gesamtzahl von Kindern, welche sich an WFP-unterstützten Schulen für die 6. Stufe eingeschrieben haben, 91.89 Prozent der Mädchen und 90.29 Prozent der Jungen die 6. Stufe erfolgreich abgeschlossen. Während der Studienjahre 2003-2004 und 2005-2006 nahm das Geschlechterverhältnis in vorhandenen Schulen von 0.82:0.92 und in neuen Schulen von 0.86:0.95 zu. Das repräsentiert eine Zunahme von 10 Mädchen auf 100 Jungen in vorhandenen Schulen und 9 Mädchen auf 100 Jungen in neuen Schulen.

Die Probleme die grössere Ausbildungsregistrierungen verhindern sind vielseitig. Armut ist natürlich das grösste Hindernis, bei der Ausbildung von Kindern, vor allem in ländlichen Gegenden. Die Kinder der Armen werden um ihre Gelegenheiten um eine Ausbildung beraubt, weil sie für lästige Haushaltsarbeiten gebraucht werden und für das Einkommen verantwortlich sind, um die Familien und ihre jüngeren Geschwister zu unterstützen. Andere Gründe für die mangelnde Ausbildung unter Kindern aus armen Familien sind, dass die Kinder zu Hause gebraucht werden, dass die Entfernung zur Schule zu gross ist und die Unfähigkeit die Schuluniformen/Bücher zahlen zu können. Folglich müsste sich jeder Eingriff, der darauf abzielt mehr Ausbildungsgelegenheiten zu bieten, an die Armen wenden.

Der UNDP Human Development Report von 2007 warnt, dass „echte Ergebnisse in der Ausbildung schwer erfassbar bleiben“, obwohl die Regierung beträchtliche Fortschritte gemacht hat während den letzten 6 Jahren (1998-2004). Wenn Kambodscha ihr Jahrtausend-Entwicklungs-Ziel erreichen will, dann muss der bisher erreichte Fortschritt von den letzten fünf Jahren aufrechterhalten und vergrössert werden.

Wirtschaft – Übersicht:

Von 2001 bis 2004 wuchs die Wirtschaft um mehr als 6% pro Jahr, grösstenteils angetrieben durch die Expansion in der Textilbranche und im Tourismus. Mit dem Ablauf der WTO Abmachung für Textilwaren und Kleidung im Januar 2005, wurden kambodschanische Textilerzeuger gezwungen, sich gegen Billig-Länder wie China und Indien zu behaupten. Die Textil-Industrie stellt zurzeit mehr als 350.000 Menschen an und steuert mehr als 70% zu Kambodschas Exporten bei.
2005 wurden Ablagerungen von abbaufähigen Öl- und Erdgase unter Kambodschas Landwasser gefunden, was eine neue Einnahmequelle für die Regierung bot. Bergbau zieht auch bedeutendes Interesse von Kapitalanleger auf sich, besonders in den nordöstlichen Teilen des Landes und die Regierung hat gesagt, dass Gelegenheiten bestehen, um Bauxit, Gold, Eisen und Edelsteine abzubauen.
2006 wurde ein US-Kambodscha bilateraler Handel und Investment Framework Agreement (TIFA) unterzeichnet und die erste Diskussionsrunde fand Anfang 2007 statt.
Die Tourismus Industrie wuchs schnell, mit bis zu 2 Millionen ausländischen Besuchern in 2007, wobei Schwierigkeiten im Ausland das Wachstum in 2009 dämpfen. Die globale Finanzkrise schwächt die Nachfrage für Kambodschanische Güter und Bauarbeiten nehmen ab, wegen Kürzungen bei den Krediten. Die Langzeitentwicklung der Wirtschaft bleibt eine Herausforderung. Die Kambodschanische Regierung arbeitet mit bilateralen und multilateralen Spendern, worunter sich die Weltbank und die IMF befindet, um den vielen Bedürfnissen des Landes gerecht zu werden.
Die grösste Herausforderung für Kambodschas Wirtschaft über die nächsten Jahrzehnte wird es sein, für die Privatwirtschaft eine Umgebung zu bieten, die genug Arbeitsstellen kreieren und mit Kambodschas demografischen Unstabilität umgehen kann.
Mehr als 50% der Bevölkerung ist unter 21 Jahren alt. Der Bevölkerung mangelt es an Ausbildung und produktiven Fachkenntnissen, vor allem in den von Armut geplagten ländlichen Gegenden, welche noch viel mehr unter dem Mangel von einer grundlegenden Infrastruktur leiden.

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